Du bist selbstständig, also lass dich nicht wie ein Angestellter behandeln!

Was für mich zu den schönsten Eigenschaften meiner Selbstständigkeit gehört, ist die Freiheit, die sie mir bringt. Ich darf selbst bestimmen, wie ich meine Zeit einteile, welche Aufträge ich annehme und wie ich diese ausführe. Natürlich berücksichtige ich die Interessen und Wünsche meiner Kunden. Aber am Ende entscheide ich.

Und doch sehe ich so viele Unternehmer, die alles tun, um jeden Wunsch ihrer Auftraggeber zu erfüllen. Schließlich ist der Kunde König. Und darum passen sie sich an, ihren Stil, ihren Kalender, ihre Arbeitsweise und ihre Preise…

Aber ist man dann noch wirklich Selbstständig? Laut Definition des Fiskus – Ja. Aber genaugenommen ist man Angestellter mit ganz vielen Chefs geworden. Die erwarten alle, das sie an erster Stelle stehen. Und das ist nun einmal unmöglich 😉

Hier ein Beispiel, was mir vor kurzem wiederfuhr: Ein Auftraggeber, in diesem Fall eine Hochschule, änderte ohne Rücksprache den Ort einer Vorlesung. Statt in Rotterdam sollte sie nun in Den Haag stattfinden. Andere Stadt, gut 30 Kilometer weiter weg. Da ich aber am selbigen Tag noch eine andere Veranstaltung in Rotterdam geplant hatte, war diese Änderung äußerst unpraktisch für mich. Als erfahrene Nutzerin öffentlicher Verkehrsmittel rechne ich immer mit Verspätungen von Bus und Bahn. Außerdem habe ich auch eine Verantwortung meinem anderen Auftraggeber gegenüber. Der darf auch mit meiner pünktlichen Anwesenheit rechnen.

Auf meinen Hinweis, dass das nicht möglich wäre bekam ich die Antwort: „Es gibt keine andere Möglichkeit, die Vorlesung findet also in Den Haag statt. Dann haben Sie noch eine Stunde Zeit bis zu ihrer Folgeveranstaltung, das erscheint uns ausreichend.“

Ich war erstaunt, richtig baff…

Ich hatte deutlich angegeben, dass diese Option für mich nicht in Frage kam. Aber offensichtlich ging mein Auftraggeber davon aus, dass ich mich dem Schicksal, bzw. den Anweisungen fügen müsse. Dabei hatte ich meine Grenzen meiner Meinung nach deutlich aufgezeigt.

Letztendlich hat die Vorlesung nicht stattgefunden. Und das ist schade. Ich betrachte dies als ein Stück Erziehung bzw. Lehrgeld für meinen Auftraggeber. Der versteht jetzt vielleicht besser, dass Auftraggeber und Auftragnehmer die Bedingungen GEMEINSAM abstimmen. Und er dem selbständigen Auftragnehmer NICHT einfach vorschreiben kann, was er oder sie zu tun hat.

Übrigens arbeite ich weiterhin (und mit Freude) für dieses Institut. Aber manchmal muss man seine Grenzen deutlich aufzeigen. Damit die Verhältnisse wieder geklärt sind. Und man ohne Irritationen weiter gut zusammenarbeiten kann.

Was für Erfahrungen hast Du mit Kunden und Grenzen? Willst Du sie mit uns teilen?

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Maaike van Steenis

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